Der europäische Hafenverband (Espo) hat seinen „Espo Environmental Report – EcoPortsinSights 2026“ veröffentlicht. Laut der aktuellen Ausgabe der jährlich erscheinenden Studie bleibt der Klimawandel für europäische Häfen eine der zentralen Herausforderungen. Zum fünften Mal in Folge steht das Thema ganz oben auf der Liste der Umweltprioritäten.
Der Hintergrund ist, dass sich die Häfen schon heute mit den Folgen konfrontiert sehen. Der Bericht ordnet die Zahlen in ein Jahr ein, das in Europa von Hitzewellen, Dürre, Waldbränden und Überschwemmungen geprägt war. Auch die Pegelstände auf Wasserstraßen wie Rhein und Donau lagen außergewöhnlich niedrig.
So mussten 70 Prozent der Häfen zuletzt betriebliche Herausforderungen meistern, etwa durch Extremwetter. 79 Prozent stärkten deshalb die Widerstandsfähigkeit ihrer bestehenden Infrastruktur. 89 Prozent berücksichtigen Klimaanpassung bereits in der Planung neuer Infrastrukturprojekte. 85 Prozent haben sich ein eigenes Treibhausgas-Reduktionsziel gesetzt.
Ferner zeigt die Studie, dass das Monitoring an Bedeutung gewinnt, um das Einhalten der gesteckten Ziele zu überwachen. Bei der Energieeffizienz liegt es bei 90 Prozent und 85 Prozent verfolgen ihren Kohlendioxid-Fußabdruck genau. Rund 80 Prozent betreiben ein Recycling-Monitoring.
Auch umweltfreundliche Dienstleistungen für die Schifffahrt entwickeln sich weiter. So gibt es in 60 Prozent der Häfen schon heute eine Landstromversorgung (OPS). Probleme bereiten allerdings noch oft der Netzanschluss und begrenzte elektrische Kapazitäten. Die maritimen Hubs unterstützen zudem den Übergang zu saubererem Straßenverkehr. Ladestationen für Pkw und/oder Lkw sind in 93 Prozent der Häfen verfügbar. Wasserstofftankstellen für Lkw melden zehn Prozent.
Für die neue Ausgabe sammelte Espo über die „EcoPorts Self-Diagnosis Method“ (SDM) Daten von 73 Häfen aus 17 europäischen Ländern. Demnach ist das Umweltmanagement in der Branche fest verankert. 2026 besitzen 77 Prozent der Häfen mindestens ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem (EMS). 99 Prozent haben sich klare Ziele zur Umweltverbesserung gesetzt. 95 Prozent betreiben ein Umweltmonitoring-Programm.
Quelle: ESPO











