In Brüssel hat das European Maritime Skills Forum (EMSF) seine zweite Plenarsitzung abgehalten. Dabei bekräftigten die „European Community Shipowners‘ Associations“ (ECSA), der Verband der nationalen Reedervereinigungen aus der EU und Norwegen, und der Gewerkschaftsverband „European Transport Workers Federation“ (ETF) ihre gemeinsame Linie: Die Branche will die Qualifikationslücken schließen, die durch die grüne und digitale Transformation entstehen.
Laut ECSA und ETF müssen in Europa in den kommenden zehn Jahren rund 250.000 Seeleute weiterqualifiziert oder umgeschult werden. Und die kürzlich veröffentlichte European Industrial Maritime Strategy unterstreicht zusätzlichen Handlungsdruck. Sie fordert Politik und Sozialpartner auf, aktuelle und künftige Kompetenzdefizite zu benennen und passgenaue Programme für Up- und Reskilling in der maritimen Arbeitswelt aufzusetzen.
Empfehlungen zu Green, Digital und Leadership
Das EMSF ist eine gemeinsame Initiative der ECSA und ETF. In dem Forum arbeiten Industrie, Transportgewerkschaften, Seeleute, politische Entscheider und maritime Ausbildungsstätten zusammen. Organisiert ist die Zusammenarbeit über das Maritime Education and Training Network (MET-NET). In den Arbeitssträngen des Forums wurden nun erste Empfehlungspakete vorgestellt. Sie betreffen Green Skills, Digital Skills sowie Leadership & Inclusion.
„Das zweite Plenum des European Maritime Skills Forum zeigt, dass unser Bekenntnis zur Weiter- und Umschulung von Seeleuten sich von Worten zu Taten entwickelt. Der grüne und digitale Wandel verändert den maritimen Betrieb, und wir müssen sicherstellen, dass unsere Belegschaft bereit ist. Dieser Wandel ist eine Chance, die Vielfalt in der Branche zu erhöhen. Vielfalt hat nichts mit schönen Worten zu tun, sondern damit, ein erfolgreiches Arbeitsumfeld zu schaffen. Sie ist kein Luxus. Sie ist eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit“, sagte Sotiris Raptis, Generalsekretär der ECSA.
„Hinter jedem automatisierten System, jedem grünen Treibstoff, jeder Innovation stehen Menschen, die kritische Entscheidungen treffen, und wir müssen nicht nur in intelligentere Schiffe investieren, sondern in eine stärkere, kompetentere und besser unterstützte Belegschaft. Das European Maritime Skills Forum zeigt, was erreicht werden kann, wenn Reeder, Gewerkschaften und Wissenschaft mit einem gemeinsamen Ziel zusammenarbeiten“, sagte Livia Spera, Generalsekretärin der ETF.
Quelle: ECSA











