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Foto: Hapag Lloyd/LinkedIn
Die "Wilhelmshaven Express" wurde von Hanwha Ocean in Südkorea für Hapag-Lloyd gebaut und im Sommer 2025 ausgeliefert.
Foto: Hapag Lloyd/LinkedIn
Containerreedereien planen weitere Großbestellungen
Veröffentlicht am 29.09.2026

Der Ausbau der weltweiten Containerschiffsflotte geht trotz eines bereits umfangreichen Auftragsbestands weiter. Unter den fünf größten Reedereien hält sich lediglich Hapag-Lloyd mit neuen Bestellungen zurück. Branchenberichte sprechen laut einer Analyse der DVZ von möglichen umfangreichen Neubauprogrammen mehrerer führender Carrier. Nach Angaben des Schiffsmaklers Braemar umfasst das globale Orderbuch derzeit etwa 15 Millionen TEU. Die bestellte Kapazität entspricht damit 43,6 Prozent der derzeit betriebenen Flotte. Dieser Anteil hat sich innerhalb von ungefähr zwei Jahren mehr als verdoppelt.

Maersk ist gemessen an der Stellplatzkapazität die zweitgrößte Containerreederei der Welt. Der dänische Carrier Bislang hat als einziger seine Großbestellung bisher bestätigt: Geplant sind 26 Schiffe mit jeweils 18.600 TEU Tragfähigkeit. Zuvor war berichtet worden, Maersk könne bis zu 42 Schiffe für insgesamt 8,9 Milliarden US-Dollar bestellen. Die bestätigte Bestellung fällt also deutlich geringer aus. Maersk machte keine Angaben zum Auftragswert, die Auslieferung ist für die Jahre 2029 und 2030 vorgesehen.

Der Schritt markiert eine deutliche Korrektur der bisherigen Strategie. Maersk hatte in den vergangenen Jahren erklärt, nicht durch größere Flotten wachsen zu wollen. Als Obergrenze nannte die Reederei eine Flotte von rund vier Millionen TEU. Die neue Bestellung umfasst mehr als 480.000 TEU. Damit steigt Maersks Orderbuch auf etwa 1,7 Millionen TEU. Der Anteil der bestellten an der fahrenden Flotte erhöht sich um rund zehn Prozentpunkte auf 35,6 Prozent.

Cosco mit aggressiver Bestellstrategie

Im Vergleich zu den Wettbewerbern bleibt dieser Wert allerdings moderat. So liegt Cosco trotz Maersks Neubauauftrag immer noch deutlich vor dem dänischen Unternehmen. Die chinesische Staatsreederei fällt durch eine besonders aggressive Bestellstrategie auf. Unter den zehn größten Carriern weltweit weist sie mit 52,4 Prozent den höchsten Anteil bestellter Kapazität an der betriebenen Flotte auf. Evergreen folgt mit 42,9 Prozent.

Auch die französische Reederei CMA CGM baut ihre Flotte weiter aus. Sie steht derzeit auf Rang drei. Branchenberichten zufolge hat CMA CGM bei der chinesischen Werft Yangzijiang eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie betrifft zwölf LNG-betriebene Containerschiffe mit einer Kapazität von jeweils rund 24.000 TEU. Der geschätzte Preis liegt pro Schiff bei 245 bis 250 Millionen US-Dollar. Die Auslieferungen wären für 2029 und 2030 vorgesehen. CMA CGM verfügt bereits über ein Orderbuch von rund 1,7 Millionen TEU. Die Reederei hat angekündigt, Maersk 2027 bei der Flottenkapazität überholen zu wollen.

Hapag-Lloyd setzt auf die Übernahme von Zim

Die Bestellpolitik von Hapag-Lloyd unterscheidet sich derweil deutlich von der der großen Wettbewerber. Die Hamburger Reederei liegt nach Stellplatzkapazität auf Rang fünf und verfolgt unter den 15 größten Carriern weltweit den zurückhaltendsten Kurs bei Neubestellungen.

Hapag-Lloyd hat 63 Schiffe mit einer Gesamtkapazität von gut 491.000 TEU bestellt. Das entspricht 20,5 Prozent der eigenen Flotte und ist der niedrigste Wert in der globalen Spitzengruppe. Zum Vergleich: In der Top 5 liegt der Durchschnitt bei rund 37,4 Prozent und damit fast doppelt so hoch.

Hintergrund ist, dass Hapag-Lloyd statt auf Neubauten auf externes Wachstum setzt. Die Reederei plant, den israelischen Carrier Zim für 4,2 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Der Deal stößt allerdings auf Widerstand und sein Zustandekommen ist deshalb höchst unsicher.

Quelle: DVZ/Braemer/Alphaliner

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