Die niedersächsischen Seehäfen verzeichneten 2025 im Seeverkehr ein Gesamtumschlagsvolumen von knapp 60,5 Millionen Tonnen. Das sind 9 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Insbesondere der Containerumschlag entwickelte sich positiv – vor allem im JadeWeserPort, wo er um 74 Prozent gestiegen ist. Außerdem konnten steigende Volumen beim konventionellen Stückgut sowie bei der Energiewende-Logistik verbucht werden. Die Zahlen präsentierte Seaports of Niedersachsen auf einer Pressekonferenz am 23. März.
Am Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven war im vergangenen Jahr so viel Betrieb wie nie zuvor. Nachdem im September 2025 erstmals die 1-Million-TEU-Marke innerhalb eines Jahres beim Containerumschlag geknackt worden war, hat der JadeWeserPort bis Ende 2025 den Umschlag noch auf 1,47 Millionen TEU steigern können. Das sind 74 Prozent mehr als im Jahr 2024, als insgesamt 843.000 TEU verladen wurden.
Über alle Güterarten hinweg wurden in Wilhelmshaven im vergangenen Jahr mit 38,3 Millionen Tonnen rund 8 Prozent mehr Güter umgeschlagen als im Vorjahr (ca. 35,4 Millionen Tonnen in 2024). Der Stückgutumschlag, der auch den Containerumschlag beinhaltet, wuchs dabei um 75 Prozent auf rund 12,6 Millionen Tonnen.
Im jungen Geschäftsfeld Automobillogistik, für das momentan umfangreiche private Investitionsmaßnahmen umgesetzt werden, belief sich der seeseitige Umschlag in Wilhelmshaven auf über 77.000 Neuwagen und stieg damit um 4 Prozent. Insgesamt, so Seaport of Niedersachsen, sei in Wilhelmshaven für die kommenden Jahre von weiteren Steigerungen im Stückgutsektor auszugehen.
Der Umschlag flüssiger Massengüter macht mit knapp 23,4 Millionen Tonnen weiterhin den Großteil des Ladungsaufkommens aus. Während hier die Entwicklung bei Kraftstoffen mit rund 2,4 Millionen Tonnen und einem Plus von 18 Prozent sowie bei LNG mit einem Volumen von rund 3,7 Millionen Tonnen und einem Plus von 36 Prozent positiv war, gingen die Mengen beim Rohölumschlag mit knapp 17 Millionen Tonnen in 2025 um 17 Prozent zurück. Der Kohleumschlag bewegt sich mit etwa 1,8 Millionen Tonnen auf Vorjahresniveau.
Stückgutumschlag über alle Häfen hinweg wächst um 41 Prozent
Der Stückgutumschlag in allen Seehäfen Niedersachsens stieg um 41 Prozent auf mehr als 20 Millionen Tonnen. Der Anstieg wurde dabei maßgeblich getragen durch das Geschäft mit Eisen und Stahl, Forstprodukten sowie Projektladungen, rollender Ladung und der Logistik rund um die Energiewende – zum Beispiel mit dem Umschlag von Windenergie-Komponenten und Seekabeln. Hierzu gehörten auch die insgesamt rund 1,63 Millionen Neufahrzeuge, die in 2025 seeseitig in Cuxhaven, Emden und Wilhelmshaven umgeschlagen wurden.
Brake mit Zuwächsen
Der Hafen Brake verzeichnet für 2025 im Seegüterverkehr ein Gesamtumschlagsergebnis von rund 5,8 Millionen Tonnen (ca. 5,4 Millionen Tonnen in 2024) und wächst damit um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei konnte der Umschlag von festen Massengütern um 2 Prozent auf rund 3,2 Millionen Tonnen gesteigert werden, maßgeblich war hier vor allem ein höheres Volumen an Futtermitteln. Der Umschlag von Stückgütern legte dank eines starken Geschäfts mit Projektladung und Forstprodukten um 20 Prozent auf über 2,2 Millionen Tonnen zu.
Aufwind auch in Cuxhaven
Mit einem seeseitigen Umschlagsvolumen von mehr als 3,1 Millionen Tonnen verbessert Cuxhaven das Vorjahresergebnis um 26 Prozent (ca. 2,5 Millionen Tonnen in 2024). Der Umschlag von Windenergie-Komponenten für den Onshore- wie auch den Offshore-Markt konnte um knapp 52 Prozent auf über 412.000 Tonnen in 2025 gesteigert werden. Darüber hinaus wurden im vergangenen Jahr 367.605 Fahrzeuge seeseitig umgeschlagen und damit das Vorjahresergebnis um 9 Prozent übertroffen (337.100 Fahrzeuge in 2024).
Positive Entwicklung in Emden
Der Emder Hafen wächst um rund 3 Prozent auf mehr als 4,6 Millionen Tonnen beim Seegüterumschlag (ca. 4,5 Millionen Tonnen in 2024). Größte Position im seeseitigen Umschlagsportfolio bilden mit etwa 2,6 Millionen Tonnen die Stückgüter, zu denen vor allem Neufahrzeuge und Zellstoff sowie Bauteile und Komponenten im Rahmen der Energiewende-Logistik zählen. So wurden rund 1,19 Millionen Neufahrzeuge im Seeverkehr umgeschlagen, womit der Standort weiterhin zu den drei größten Automobilhäfen in Europa zählt. Ein leichter Rückgang um knapp 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr spiegelt die schwierige Lage in den weltweiten Märkten wider (1,24 Millionen Fahrzeuge in 2024). Der Umschlag von Windenergie-Komponenten konnte dagegen um 13 Prozent auf knapp 144.000 Tonnen gesteigert werden.
Leer als regionale Drehscheibe
Im Hafen Leer wurden 2025 im kombinierten See- und Binnenschiffsverkehr rund 189.000 Tonnen Güter umgeschlagen. Hierbei handelte es sich vor allem um Zierkies, Baumaterialien, Futtermittel, Torf und Wertstoffe sowie Stahlplatten für ein regionales Kesselbau-Unternehmen. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich ein Rückgang von rund 11 Prozent (213.090 Tonnen in 2024). Im reinen Seeverkehr belief sich das Umschlagsvolumen auf knapp 10.000 Tonnen.
Nordenham gelingt Transformation
Der Hafen Nordenham kommt 2025 mit insgesamt knapp 2 Millionen Tonnen im Seegüterumschlag auf ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zu 2024 (rund 1,7 Millionen Tonnen). Zuwächse gab es beim Umschlag von Flüssiggütern wie Mineralölprodukten und Schwefelsäure sowie bei festen Massengütern. Der Stückgutumschlag konnte um 8 Prozent gesteigert werden. Hierbei handelt es sich u.a. um Komponenten zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Damit gelingt es dem Standort Nordenham, den über lange Jahre bedeutsamen Kohleumschlag, der wegen der Energiewende auch im vergangenen Jahr mit 620.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent rückläufig war, mit neuen Geschäftsfeldern wirksam zu substituieren.
Weiterhin nur Binnenverkehre in Oldenburg
Die Bahnbehelfsbrücke über die Hunte bei Elsfleth, die von Seeschiffen nicht passiert werden kann, sorgt im Oldenburger Hafen weiterhin für eine Konzentration auf Warenlieferungen per Binnenschiff und Bahn. Knapp 800.000 Tonnen Güter wurden 2025 in Oldenburg vom bzw. aufs Binnenschiff umgeschlagen, was einem Zuwachs von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht und den fehlenden Seegüterumschlag ersetzt. Der Bahnumschlag belief sich auf rund 308.000 Tonnen, so dass sich das Umschlagsvolumen im Hafen Oldenburg in 2025 mit insgesamt 1,1 Millionen Tonnen auf Vorjahresniveau bewegt.
Umschlag in Papenburg wächst
In Papenburg wurden im Seegüterverkehr im vergangenen Jahr mit fast 618.000 Tonnen rund 14 Prozent mehr Güter umgeschlagen als 2024 (541.043 Tonnen). Hierzu gehörten vor allem Stahl, Schiffs- und Maschinenteile sowie Torf und Dünger. Der Umschlag per Seeschiff ist damit die größte tragende Säule des Seehafens Papenburg. Auch im für den Standort wichtigen Binnenschiffsverkehr gab es deutliche Zuwächse: Mit fast 257.000 Tonnen umgeschlagener Güter, wie z.B. Baustoffen, konnten die Mengen gegenüber dem Vorjahr um 87 Prozent gesteigert werden (137.269 Tonnen in 2024).
Stade mit Umschlagssteigerungen
Das seeseitige Umschlagsvolumen des Hafens Stade ist im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf über 6 Millionen Tonnen gewachsen (ca. 5,5 Millionen Tonnen in 2024), maßgeblich getragen von der Entwicklung der am Standort Stade ansässigen Industriebetriebe. So machte der Import von Erzen als Produktionsrohstoff ein Volumen von rund 2,6 Millionen Tonnen aus, was einem Zuwachs von 11 Prozent entspricht. Der Umschlag flüssiger Massengüter wie Aluminiumoxyd und -hydroxyd sowie chemischer Produkte, stieg um 8 Prozent auf knapp 2,5 Millionen Tonnen. Ebenfalls positiv entwickelte sich der Baustoffumschlag mit plus 17 Prozent auf rund 960.000 Tonnen.
Quelle: Seaports of Niedersachsen











