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Wie hier in Düsseldorf im Jahr 2022, drohen auch in diesem Sommer wieder Rekordtiefstände in den deutschen Flüssen.
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Historische Tiefststände in deutschen Flüssen
Veröffentlicht am 04.08.2026

Die Wasserpegel in deutschen Flüssen erreichen Rekordtiefstände. Laut dem Niedrigwasser-Informationssystem (Niwis) verzeichneten am Freitag rund 44 Prozent der Rhein-Messstellen extremes Niedrigwasser. An der Donau waren es circa 78 Prozent, an der Elbe 16 Prozent.

In Köln wurde am Sonnabend mit 67 Zentimetern der niedrigste Pegelstand seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen – zwei Zentimeter unter dem bisherigen Rekord aus Oktober 2018. Auch Duisburg-Ruhrort (150 cm) und Düsseldorf (22 cm) meldeten am Sonntag historische Tiefststände. Am Rheinpegel Kaub zwischen Koblenz und Wiesbaden soll die bisherige Niedrigwassermarke von 25 Zentimetern aus 2018 noch in dieser Woche unterschritten werden. Ab der zweiten Wochenhälfte werden dort Pegelstände unter 20 Zentimeter erwartet.

Folgen für Schifffahrt und Industrie

Die Schifffahrt leidet erheblich unter der aktuellen Situation. Binnenschiffe können nur noch mit reduzierter Ladung fahren – teils nur noch die Hälfte bis ein Drittel der üblichen Kapazität.

Besonders betroffen ist der Abtransport von aufbereitetem Schrott. „Wenn die Transportkapazität auf den Wasserstraßen innerhalb kurzer Zeit auf ein Drittel sinkt, lassen sich diese Mengen nicht einfach auf andere Verkehrsträger verlagern“, sagt BDSV-Geschäftsführer Guido Lipinski. Die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV), der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung sowie der Verband Deutscher Metallhändler und Recycler (VDM) warnen vor Auswirkungen auf die Recyclingbranche und die Rohstoffversorgung der Stahlwerke.

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) fordert, die Fahrrinnenvertiefung am Mittelrhein zwischen Budenheim bei Mainz und St. Goar zu beschleunigen. Dort beträgt die Fahrrinnentiefe nur 1,90 Meter – 20 Zentimeter weniger als in den angrenzenden Abschnitten. „Bei Niedrigwasser bleiben die Schiffe hier als erstes hängen“, erläutert BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen. „Deshalb ist es so wichtig, dieses Nadelöhr zu entschärfen.“

BDSV, bvse und VDM verlangen zudem eine bundesweite Niedrigwasserstrategie, die über den bestehenden Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ hinausgeht und weitere Wasserstraßen wie Oder und Elbe einbezieht

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) spricht sich für eine nationale Taskforce aus. Diese solle rasch Maßnahmen abstimmen – darunter zusätzliche Lagerkapazitäten in Häfen, mehr Bahnkapazitäten und eine Priorisierung von Transporten. Im ZDF-Morgenmagazin sagte Krischer: „Das wird nicht das Problem völlig aus der Welt verschwinden lassen. Es kann aber an vielen Stellen die Situation verbessern helfen.“ Ein ähnliches Vorgehen habe sich bereits 2018 bewährt. Den Ausbau der Rhein-Fahrrinne bezeichnete er als „völlig richtig und notwendig“. Konkrete Planungen lägen seit Jahren vor. Es fehle jedoch die Finanzierung durch den Bund.

Quellen: dpa/THB

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