Beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Rostock kamen mehr als 200 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zusammen und tauschten sich über aktuelle Entwicklungen und Trends in diesen Technologiebereichen aus. Die 3. Fachkonferenz „Neue Technologien und Testfelder für Wasserstraßen und Häfen“ des Bundesverkehrsministeriums war die bislang größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland.
„Gerade für Deutschland als Export- und Importnation ist eine innovative und wettbewerbsfähige Schifffahrt von zentraler Bedeutung. Daher ist es umso erfreulicher, dass wir in der Automatisierung der Schifffahrt bereits so fortgeschritten sind: Deutschland ist Vorreiter für die autonome Schifffahrt in Europa und weltweit. Mit unseren automatisierten, ferngesteuerten und autonomen Systemen auf dem Wasser geben wir der Schifffahrt und den Häfen ein nachhaltiges digitales Upgrade. Wir stärken so unser Transportnetz und fördern klimafreundliche Logistiklösungen“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.
Drei Förderprogramme im Mittelpunkt
Drei Programme standen im Fokus der Konferenz. Das Programm „Digitale Testfelder in Häfen“ läuft seit 2021. Bislang wurden 39 Projekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 71,2 Millionen Euro gefördert, davon rund 43 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Die Vorhaben werden an 42 See- und Binnenhafen-Standorten als digitale Reallabore umgesetzt.
Das „Digitale Testfeld Wasserstraße“ besteht seit rund sechs Jahren. Es hat 17 Projekte mit einem Fördervolumen von circa 30 Millionen Euro unterstützt. Dazu zählen das maßstabsgetreue Binnenschiff „Ella“ (1:6), die emissionsfreie Personenfähre „Wavelab“ sowie das modulare Transportschiff „Boris Kluge“.
Im Rahmen von „Innovative Hafentechnologien“ erhielten 32 Projekte insgesamt 53 Millionen Euro an Fördermitteln. Mehr als 100 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickeln hier gemeinsam neue Technologien für Hafenlogistik und Infrastruktur. Unternehmen investierten zusätzlich rund 20 Millionen Euro Eigenmittel.
Sicherheit, Fachkräfte und Effizienz
Die geförderten Projekte belegen: Digitale Assistenzsysteme und optimierte Anfahrtsprozesse ermöglichen spürbare Einsparungen – etwa durch reduzierte Infrastrukturschäden und niedrigere Instandhaltungskosten im sechsstelligen Bereich.
Moderne Sensorik und digitale Lagebilder helfen Besatzungen, Gefahrensituationen früher zu erkennen. Automatisierte Systeme können Sicherheit erhöhen und Abläufe an Bord entlasten.
Auch dem Fachkräftemangel könnte die Digitalisierung entgegenwirken. „Die Zukunft der Schifffahrt ist digital. Dafür brauchen wir Menschen, die neue Technologien entwickeln. Und wir brauchen Menschen, die diese Technik überwachen und anwenden. Die damit entstehenden neuen Qualifikationsprofile bieten eine große Chance, neue Fachkräfte für die Schifffahrt zu gewinnen“, sagte BSH-Präsident Helge Heegewaldt.
Parlamentarischer Staatssekretär Christian Hirte zog ein positives Fazit: „Unsere 3. Fachkonferenz in Rostock belegt: Deutschland ist ein starker Innovationsstandort.“
Quellen: BMV/THB











