Trotz Zollstreit und weltweiter Krisen ist der Güterumschlag in den deutschen Seehäfen 2025 deutlich gestiegen. Insgesamt wurden 284,4 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Das entspricht einem Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt mit.
Der Güterempfang aus dem Ausland wuchs dabei kräftig. Er stieg um 5,3 Prozent auf 171,1 Millionen Tonnen. Der Güterversand ins Ausland legte dagegen nur leicht zu. Er erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 103,7 Millionen Tonnen. Der innerdeutsche Verkehr blieb trotz starker Zuwächse ein kleiner Posten. Er stieg um 15,7 Prozent auf 9,6 Millionen Tonnen.
Risiken durch Nahost-Konflikt und Handelspartner im Blick
Derweil sorgen sich Reeder wegen des Kriegs im Iran. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, ein Nadelöhr des Welthandels, ist durch den Iran-Krieg zum Stillstand gekommen. Der Branchenverband VDR ging zuletzt davon aus, dass mindestens 30 Schiffe deutscher Reedereien im Persischen Golf eingeschlossen sind.
Im direkten Verkehr mit den Golf-Staaten ist der deutsche Seehafen-Umschlag laut Statistik jedoch eher klein. Rund 4 Millionen Tonnen bzw. 1,4 Prozent des Güterumschlags 2025 entfielen auf Bahrain, Irak, Iran, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Viele Waren aus der Region kommen laut den Statistikern aber zunächst über große ausländische Häfen, etwa in den Niederlanden und Frankreich, nach Europa und werden von dort weitertransportiert. „Daher können sich Seeblockaden im Nahen Osten auch indirekt auf die Versorgung Deutschlands auswirken“, heißt es seitens der Analysten.
USA und China wichtigste Handelspartner
Wichtigster deutscher Handelspartner im Seeverkehr blieben die USA. Der Zollstreit machte sich allerdings bemerkbar. Der Güterverkehr zwischen deutschen und US-Seehäfen sank 2025 um 3,6 Prozent auf 28,7 Millionen Tonnen. Auf Platz zwei lag Norwegen mit gut 26 Millionen Tonnen. Es folgen Schweden und China. China ist im Containerverkehr mit Abstand der wichtigste Partner. Rund ein Fünftel des deutschen Containerumschlags entfiel 2025 allein auf die Volksrepublik.
Größter deutscher Seehafen blieb 2025 Hamburg. Dort wurden 99,8 Millionen Tonnen umgeschlagen. Die bremischen Häfen Bremen und Bremerhaven kamen 2025 auf einen seeseitigen Güterumschlag von 65,3 Millionen Tonnen. Das ist ein Plus von 5,4 Prozent zum Vorjahr. Treiber war der Containerumschlag. Er stieg 2025 um über 10 Prozent auf 4,9 Millionen TEU. Dritter Seehafen ist der JadeWeserPort. Dessen Zahlen für 2025 werden Ende März veröffentlicht.
Quellen: dpa/ Senat der Freien Hansestadt Bremen











