Laut Analyse der Alternative Fuels Insight (AFI)-Plattform von DNV, der weltweit führenden Klassifikationsgesellschaft, bestellten Reedereien letztes Jahr lediglich 2.403 Schiffe. Im Jahr zuvor waren es noch 4.405 Bestellungen. Auch bei den Schiffen mit alternativen Kraftstoffen waren Aufträge für Neubauten sehr zurückhaltend. Geordert wurden 275 mit „Öko“-Kraftstoffen betriebene Schiffe. Das entspricht einem Rückgang von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Für Knut Ørbeck-Nilssen, CEO Maritime bei DNV, ist die Entwicklung nicht verwunderlich: „Das Jahr 2025 war turbulent, strategische Entscheidungen waren schwieriger zu treffen. Der Rückgang spiegelt auch eine natürliche Reduktion nach mehreren Jahren außergewöhnlicher Bestellaktivität wider.
Einziger Lichtblick auf dem Markt sind derzeit Containerschiffe. Dort stiegen die Bestellungen von 447 im Jahr 2024 auf 547 und machten rund 49 Prozent der gesamten Bruttoraumzahl und 68 Prozent der Neubestellungen für alternative Kraftstoffe aus. Innerhalb des Container-Segments dominierten alternative Kraftstoffe. Dabei belief sich die Brennstoffverteilung nach Tonnage auf etwa 58 Prozent LNG, 36 Prozent konventionelle Kraftstoffe und sechs Prozent Methanol.
LNG ist führender alternativer Kraftstoff
Bisher setzen die meisten Reedereien auf die LNG-Nutzung. Über alle Schiffstypen hinweg gab es 188 LNG-Schiffsbestellungen in 2025, was 31 Prozent der gesamten Bruttoraumzahl entspricht. Methanol-Order fielen von 149 im Jahr 2024 auf 61, während Ammoniak und LPG nur begrenzte Nachfrage verzeichneten.
Die Bestellungen für LPG- und Ethan-Tanker gingen 2025 um 73 Prozent zurück. Ebenso verzeichneten Bulker, Rohöltanker und Öl-/Chemikalientanker deutliche Rückgänge. Die Gründe sind in einer ungünstigen Kosteneffizienz und fehlenden kurzfristigen Anreizen für den Einsatz alternativer Kraftstoffe zu suchen.
Nach Ansicht von Knut Ørbeck-Nilssen bleibt in bestimmten Segmenten die Dynamik hin zu alternativen Kraftstoffen dennoch bestehen: „Der Fortschritt wird von wirksamen globalen Vorschriften abhängen, die den Einsatz alternativer Kraftstoffe fördern, faire Wettbewerbsbedingungen schaffen und eine gerechte Umsetzung sicherstellen.“
Quelle: DNV / THB











